Apropos „das Leben ist zu kurz, um zu leiden“

Das ist vielleicht ein etwas steiler Programmsatz. Schließlich lässt sich das Leiden im Leben kaum verhindern. Und da kommen wir zum Kernthema der letzten Tage im Netz: RWS – Robin Williams Selbstmord.

Die Depression ist für diesen Blog ein sicher viel zu komplexes Thema und doch gibt es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Seele. Denn auch wenn es sicher zu kurz gegriffen wäre, Depressionen als bloßes chemisches Ungleichgewicht einzuordnen und allein durch Medikamente heilen zu wollen, so ist der Einfluss eines chemischen Ungleichgewichts zumindest als ein Faktor bei der Entstehung einer Depression tatsächlich nicht völlig von der Hand zu weisen.

Der Selbstmord von Williams weckt neben einer unendlichen Trauer um diesen wundervollen Komödianten und Schauspieler, dem Mitgefühl mit seinem großen Leid und dem irrationalen Wunsch, es würde ihm jetzt irgendwie besser gehen, bei mir vor allem Angst. Angst, dass wirklich niemand vor diesem Leiden der Depression gefeit ist. Wie dieser Suizid zeigt, sind weder Talent, Kinder, Liebe, Erfolg oder sonniges Klima eine ausreichende Versicherung dagegen. Gegen Depressionen erscheint eine unglaublich gefährliche Seuche wie Ebola fast wie ein Schupfen. Depression, die tödlichste Krankheit überhaupt. Auch ich habe schon einen Freund an sie verloren, wie so viele andere.

Sogar ich selbst hatte mal eine kleine depressive Verstimmung wegen eines chemischen Ungleichgewichts und habe dabei interessantes über Ernährung herausgefunden, was doch für den einen oder anderen wichtig sein könnte.

Damals wollten mich innerhalb von zwei Tagen ein Arzt und zwei Therapeuten zwangseinweisen wegen akuter Suizidgefahr. Hintergrund war, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu weinen. Allein kamen diese Tränen durch eine  Überlastungssituation aufgrund starker Anämie mitten in einer anstrengenden Lebenssituation, also physische und psychische Kraft- und Hilflosigkeit unter großem psychischen Druck. Glücklicher Weise hatte sich der, mit der Depression symptomatisch auftretende Tunnelblick noch nicht völlig durchgesetzt . So konnte ich Hilfe noch annehmen.

Zum einen wies mich ein Therapeut just an diesem Tag auf die Gefahren des Tunnelblickes hin: „Sie müssen vorsichtig sein. Ein völlig übliches Symptom der Depression ist der gefürchtete Tunnelblick. Er beschränkt und verzerrt ihre Wahrnehmung wie ein Tunnel. Sie bekommen dadurch den Eindruck, dass alles furchtbar ist und niemand sie wirklich liebt. Als ob sie von der Welt abgetrennt seien. Bitte, machen sie sich immer wieder klar, dass diese Wahrnehmung nicht der Realität entspricht. Jeder andere, der ihre Situation von außen, außerhalb der Depression sieht, beurteilt ihre Situation viel positiver. Er sieht, dass Menschen da sind, die ihnen helfen wollen und es Hilfe gibt. Diese Verzerrung ihrer Wahrnehmung kommt durch die Depression. Tatsächlich gibt es Hilfe und sicher einige Menschen, die sie wirklich lieben. Wichtig ist, sich das immer wieder klar zu machen: Es ist nur die Depression, die diesen Tunnel vorspiegelt. Wenn sie vorbei ist, werden sie die Welt wieder anders wahrnehmen.“ Das war einen große Hilfe.

Die nächste, war der Arzt, der meine Anämie heilte, so schwierig und langwierig es war. Daneben natürlich Familie und Freunde, klar, einige andere Helfer und nicht zuletzt ein wichtiges Buch zum Thema Ernährung:

„Was die Seele essen will – Die Mood cure“ von Julia Ross.

Sie beschreibt allgemein verständlich die neueren medizinischen Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet „Nahrung und Seele“ oder Laune oder Wohlbefinden. Jedenfalls gibt es einen, leider noch nicht völlig geklärten und sehr nachvollziehbaren Zusammenhang, der bei einer Diät aber auch sonst helfen könnte, wenn man ein Problem mit Stimmungsschwankungen hat. Die Ärztin Ross gibt handfeste Tipps und praktische links wie http://mood-cure.de/.

Ja, künstliche Nahrungsergänzungsmittel sind keine Heilsbringer sondern auch nur wieder ein Schrittchen auf dem Weg zum Verständnis. Aber so ist Emma eben, jedes Schrittchen in die richtige Richtung bringt schon ein bisschen weiter und manchmal ist ein winziges Schrittchen gerade wichtig, weil es verhindert, dass man in ein Loch stürzt.

Leid gehört zum Leben. Die Buddhisten schätzen Probleme als Möglichkeit, etwas zu lernen und damit ein Stadium der Glückseligkeit – genannt Erleuchtung – zu erlangen. Ich bin keine Buddhistin und auf dem Weg zur Glückseligkeit eine ziemliche Anfängerin aber eines habe ich gelernt:

Richtiges Essen macht eben doch glücklich.

2 Gedanken zu „Apropos „das Leben ist zu kurz, um zu leiden“

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