Fasten, fasten, hallelujah!

Gestern ging es ganz gut mit dem Fasten, yeah, durchgehalten.

Irgendwie hat sich bei mir aber so ein Hüngerchen nach neuen Erfahrungen, Gedanken, Inspirationen eingeschlichen, mal etwas tun, was ich sonst nicht unbedingt tun würde. Einfach mal gucken, wie bunt die Welt so ist.

In Berlin braucht man dazu keine Reise unternehmen, ständig überall soviel zu erleben, auch spannendes Neues, einfach großartig. Und durch ständige S-Bahn-Ausfälle, Staus, Sperrungen und so, ergeben sich so viele neueIphone Februar 2015 017 (Um-)Wege mit ganz anderen Leuten.

Nach der Arbeit bin ich also ungeplant beim Spaziergang noch in den Berliner Dom zu einer kurzen Andacht gestolpert.

Ja, sonst geht man da eher zum Konzert aber die Glocken läuteten und der Dom wartete so einladend  anheimelnd auf Gäste. Draußen war es schon fast dunkel und der Regen machte die Kälte auch nicht gerade kuschliger. Alles sprach also für für ein kurzes Aufwärmen.

Für einen Gottesdienst zahlt man übrigens auch im Dom nichts, nur in die Kollekte, wenn man möchte, keinen Eintritt. Und wirklich viel anders als eine geführte Meditation ist so ein Gottesdienst ja auch nicht, dachte ich. Na gut, die Orgelmusik ist nicht so asiatisch aber irgendwie auch ganz ok.   Iphone Februar 2015 020

Jedenfalls musste ich wirklich lachen als die Dame im schwarzen Talar zur Predigt ansetzte: „Auf was verzichten Sie denn dieses Jahr? Wir stehen am Anfang der Fastenzeit – 7 Wochen bis Ostern.“

Ha, das passtIphone Februar 2015 019e ja, an meinem Fastentag eine Predigt übers Fasten!

Rauchen, Alkohol, Schokolade und Facebook stehen wohl ziemlich weit oben auf der Verzichtsliste, meinte die Predigthaltende.

Und Gott scheint sich da auch ziemliche Gedanken gemacht zu haben. Er pfeift offenbar auf Selbstkasteiung durchs Fasten wenn wir „fasten und gleichzeitig hadern und zanken.“

Nach dieser Predigt zu urteilen, ist Gott da viel radikaler. Er sieht das Fasten als gesellschaftliche Aufgabe und Befreiungsschlag der Unterdrückten. Der alte Rebell, der. Also, raus aus der Selbstbezogenheit, den Hungrigen Brot brechen, die zu Unrecht Unterjochten freilassen und so. Go, go, go!

Zugegeben, die Predigerin drückte es etwas anders aus, aber, spannender Ansatz. Ich hänge ja keiner Religion an und tendiere in den letzten Jahren eher mehr in Richtung Innenschau, Verstehen der eigenen Muster und Programme, damit ich nicht noch mehr Aggression in die Welt bringe. Aber vielleicht muss dieser soziale Aspekt wieder mehr in den Fokus genommen werden. Muss ich mal drüber meditieren.

Also, liebe Gemeinde, auf was verzichtet Ihr denn dieses Jahr? Sieben Wochen Verzicht als gesellschaftliche Aufgabe. Ideen? Wie wäre es mit Schweinefleisch? Oder nicht aggro zurückdrängeln, wenn es jemand total eilig hat oder meint, der Bürgersteig sei gerade breit genug für ihn? Oder nicht immer schnell und mit Blick streng zu Boden gerichtet, an den mit Stadtplan und fragenden Blick hilflos herumsuchenden Touris vorbeirennen? Kann man ja mal machen, oder?

 

9 Gedanken zu „Fasten, fasten, hallelujah!

  1. imcache

    Sehr schöner Ansatz! Aber auf Facebook und Schoki verzichten?! Nee, aber über die sozialen Aspekte werde ich nachdenken… Facebook ist ja auch ein soziales Netzwerk. 😀 Nee, im Ernst, ist ’ne gute Sache!

    Antwort
    1. emmareloaded Autor

      Ganz genau, bravo, finde ich auch schwierig. Wem soll denn das was nützen?! Nee, Fleisch wär ne gute Sache, denke ich, gesund und für die Gesellschaft gut, für die Erde sowieso. Aber so ganz bekomme ich das sicher nicht hin. Deshalb die Schweinefleischidee, sprachs und steckte sich das Hackepeterbrötchen in den Mund:) Fällt denn niemandem was richtiges ein?
      Liebe Grüße
      Emma

      Antwort
      1. imcache

        Vielleicht sollte man versuchen, nur Fleisch von Tieren zu essen, die ein gutes Leben hatten, aber das ist schwierig, ich weiß, weil die Fleischwaren so teuer sind. Ich habe mir schon sooooo oft vorgenommen, dann halt weniger, aber dafür qualitativ besseres Fleisch zu kaufen. Meine Söhne z.B. sind Fleischliebhaber…

      2. emmareloaded Autor

        Kenn‘ ich gut, das Problem. Meine Kids sind ja schon aus dem Haus und inzwischen viel verantwortungsvoller als ich mit solchen Dingen. Deshalb habe ich nur die manchmal nicht völlig einfache Aufgabe mit mir umzugehen…:)

  2. Pingback: Help Miss Piggy… | Emma on her way...

  3. Dorothea

    Bei uns propagiert die Kirche diesmal etwas ideelles:
    „Niemanden niedermachen“.
    Das ist mir zwar einerseits sympathisch, aber ich frage mich doch, wieso das nur zur Fastenzeit Thema sein soll. Ab Ostern können wir dem Dicken-, Dummen-, Schwulen-, Fremdenhass … überhaupt der Verachtung von allem und jedem, das anders ist als wir selber, dann wieder frönen, Hauptsache wir drücken uns dabei political correct aus?

    Was für´ne grundverlogene Welt haben wir geschaffen – in der Schulkinder von der Brücke springen, weil sie nicht nur auf dem Schulhof, sondern im world wide web anonym, dafür aber jederzeit und öffentlich gemobbt werden…

    Es grüßt Dorothea

    Antwort
    1. emmareloaded Autor

      Ja, ganz Deiner Meinung. Finde es trotzdem gut, mal genau darüber nachzudenken. Und auch kleine Verbesserungen können vielleicht einen Effekt haben, oder? Auf was verzichtest Du denn?

      Antwort
  4. Pingback: Sicherung Februar 2015 | fitgewichtet

    1. emmareloaded Autor

      Na, das ist ja mal klasse!!! Danke!!! Freut mich 🙂 Der/die/das neue Blog ist in Arbeit. Bin ziemlich fleißig:) Auch wenn es nicht immer zu sehen – lesen ist 🙂
      Liebe Grüße
      Emma

      Antwort

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