Drachenzähmen leicht gemacht

Man kann ja in vielen Dingen immer wieder scheitern und es trotzdem immer wieder versuchen, zum Beispiel ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Vielleicht ändert man mal die eine oder andere Strategie, holt sich Hilfe oder versucht einen neuen Zugang, wie hier das 5-2-Fasten.

Ja, es gehört wohl zum Leben, zu erkennen, dass die eigene Wahrnehmung nur ein winziger Teil der eigentlichen Realität ist. Deshalb ist es oft so schwierig, seinen angetrebten Weg zu gehen. Man sieht den Weg einfach nicht, er ist außerhalb unserer Wahrnehmung. Wie jetzt, wenn ich mich alleine fühle, soll ich mich mit etwas schönem beschäftigen? Davon werde ich doch nicht satt.

Wenn man das erkennt und versucht die eigene Wahrnehmung zu erweitern und sein Herz zu öffenen, könnte es einem theoretisch gelingen, den richtigen Weg zu finden.

Wenn da nicht das eigene Ego, die Eitelkeit und tiefsitzende Ängste und Muster wären, die sich wie wilde Monster im Innern aufführen und einen von Innen mit Feuer und Krallen ziemliche Schmerzen bereiten können. Tatsächlich konnte ich gestern Abend auf meinem schönen Sofa den inneren Kampf miterleben: Verlassenheitsangst und Trauer gegen Gier und Trost. Die Flipstüte hat gewonnen.

Leider führt trotz der auftauchenden Schmerzen und Zweifel kein Weg daran vorbei, sich mit Monstern und Ängsten im Innern auseinander zu setzen, Ihre Existenz anzunehmen und zu versuchen, mit ihnen zu leben, wenn man ein Problem lösen will. Ziemlich grandios hierzu finde ich dazu den Kinderfilm „Drachen zähmen leicht gemacht.“

Einer meiner Drachen ist die Gier. Ich kann sehr schlecht auf gutes Essen verzichten. Außerdem spendet das Essen mir Trost, wenn ich mich verlassen und ungeliebt fühle. Vielleicht eine Folge von der damals in Deutschland verbreiteten Ansicht, dass Babys alle vier Stunden eine bestimmte Menge künstlicher Babymilch eingeflößt werden muss, nicht mehr und nicht weniger. Schreit das Baby, kräftigt das die Lungen und ist ganz gesund. Ob das Baby sich allein fühlte und Nähe brauchte, war nur mäßig wichtig. Die Erkenntnis, dass Babys an zu wenig Zuwendung sterben können (Hospitalismus) war noch nicht bekannt. Tja, da bin ich wohl in der falschen Zeit geboren.

Dieses Gefühl von Trost und Erleichterung, was Schokolade, warmer Milchkaffee oder ähnliches auslöst, könnte dort geprägt worden sein, oder? Wenn das so ist, wie gehe ich damit um?

Ich habe das Gefühl, Fasten entkoppelt den Zusammenhang zwischen Essen und Trost etwas und trotzdem rutsche ich immer wieder rein. Gestern Abend habe ich mich mit einer halben Tüte Flips getröstet. Mist.

Aber heute wird gefastet. Also, wie gehabt, Milchkaffee mit Zimt. Prost.

 

2 Gedanken zu „Drachenzähmen leicht gemacht

  1. tarlucy

    Ach das mit dem Trost Gefühl kenn ich…ich merke es oft, wenn der Arbeitstag so stressig und unbefriedigend war und gerade jetzt mit 16-8 essen wir erst gegen 13 Uhr….ach und da denke ich immer….oh mann jetzt was leckeres für die schlechte Stimmung…..ja das ist echt ein Phänomen….gibt es da Studien drüber?…da könnte mal jemand seine Doktorarbeit schreiben….Doof ist immer, das man danach ein schlechtes Gewissen hat….ich versuche immer mir zu sagen….wenn ich schon sündige, dann geniesse es auch…..morgen geht es weiter….aber dieses nagende Gefühl……das ist doch auch von den ganzen Diäten, die man sich sein ganzes Leben schon angetan hat….furchtbarer Kreislauf…… 😦

    Antwort
    1. emmareloaded Autor

      Ja, das kenne ich wirklich gut. Und genau hierfür oder hiergegen finde ich dieses 5:2-Fasten und überhaupt Intervallfasten wirklich gut, weil es einen mit dem Näschen genau auf diese ungesunden Zusammenhänge stößt. Irgendwann, nach ein paar Wochen merkt man, dass es sich eigentlich wirklich besser anfühlt, diese Trostpflästerchen wegzulassen, weil jedes wieder 100 gr auf die Waage bringt. Und tatsächlich kann ein schöner Spaziergang, eine Umarmung vom Liebsten, ein paar Blümchen ansehen, ein schönes Buch lesen oder was einem auch immer Spaß macht, wirklich befriedigender sein. WOW. Manchmal kann es auch notwendig sein, etwas weiter zu gehen. Aber das muss jeder für sich rausfinden:) Jedenfalls ist es spannend mal einen anderen Weg zu gehen. Drücke Dir weiter die Daumen! Liebe Grüße Emma

      Antwort

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